Proteste am 6. Mai

Am 6. April gingen in vielen größeren deutschen Städten Mieter auf die Straße, um gegen die steigenden Preise auf dem Wohnungsmarkt zu protestieren. Auch in Leipzig haben Demonstrationen stattgefunden. Das mag Verwunderung auslösen, sind Mieten im Bundesvergleich in Leipzig doch relativ erschwinglich. Nach dem Gefühl der Protestierenden scheint der Trend jedoch in Richtung untragbaren Mietsteigerungen zu verlaufen. Die Politik tut ihr Gleiches: Nach der Broschüre zum Stadtentwicklungskonzept “Leipzig 2030” sind zwischen 2012 und 2016 die Mieten durchnittlich um 21% gestiegen, während die Nettolöhne in diesem Zeitraum lediglich um 19% gewachsen sind.

Im Beispiel Leipzig ist der Sog in die Stadt jedoch ungebrochen. Der große Nachfrage nach Wohnraum schafft einerseits Verknappung und eine gewisse Art der Wohnungsnot.  Steigende Baukosten aufgrund gesteigerter Anforderungen hinsichtlich Energieeffizienz, Ausstattung und Lage einer Wohneinheit schlagen sich im Preis nieder.

Die jetzt den Diskurs bestimmenden Enteignungen können keine Lösung sein, und Verzeihung, wir sind nicht im Wilden Westen oder im Grauen Osten. Viel wichtiger wäre es bürokratische Hürden abzubauen, um Bauanträge schneller genehmigen zu können. Damit der Markt dem Nachfrageüberschuss zügig ein entsprechendes Angebot entgegenstellen kann.